„Klue“ – Andreas Kühl

Kunst macht glücklich
Licht und Schatten.
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Fotoprojekt AHA+++

August 2020 – Neues Klue Projekt: The Wall

Januar 2020 – Unter anderem Rot

Unter anderem Rot
Eine Ausstellung von Andreas Kühl

Präsentiert werden acht digitale Fotographien, aufgenommen in den Jahren 2015-2019. Während der ‚Look‘ dem Betrachter durch die reduzierte technische fotographische Ausstattung (u.a. Handyfotographie) vor allem aus Instagram und Co. vertraut ist, kontrastiert die bewusste Inszenierung des Motivs die schnappschussheischende Erwartungshaltung. Die Bilder können der ‚mise en scene‘ Fotographie zugerechnet werden.

Der Titel der Ausstellung darf als ‚Gebrauchsanleitung‘ des Rezeptionsprozesses des Betrachters verwendet werden. Der unweigerlich erste Blick auf den jeweils roten Bildgegenstand erschließt das Bild nicht. Diese Irritation fordert auf nicht beim Rot stehen zu bleiben, sondern zu ergründen was ‚das andere‘/das ‚unter anderem‘ sein könnte. Beim Bild ‚Venezyafondation‘ etwa kann erst der zweite, dritte Blick erfassen, dass die rotberingte Hand, die den Canal Grande mit dem Handy fotografiert eine Plastiktüte hält-ein bissiger bis postmodernen Kommentar zur Fotographie im touristengeplagten präkollaptischen Venedig. Durchläuft der Betrachter beim Bild ‚Andacht‘ den Rezeptionsprozess in gleicher Weise entdeckt er, dass dem Weihnachtsbaum samt seinem roten Christbaumschmuck die Profanität eines Hausmeisterbüros entgegengestellt wird. Bei ‚Duomo milano‘ entsteht die Frage, ob die rotbehelmten Arbeiter eher am Anbringen eines riesigen Werbeplakates denn an der Instandsetzung des nur teilangeschnitten dargestellten Domes involviert sind.

Im Opus ‚Ballon‘ schickt uns Kühl in ein Labyrinth aus mehrfach gespiegelten roten Objekten, an dessen Ausgang ein ebenfalls gespiegeltes Selfie des Künstlers wartet. Verlassenheit begegnet uns in ‚Sushyrun‘. Rückenfiguren und semitransparente Fenster lassen beim geneigten Betrachter Assoziationen an CD Friedrich und Edward Hopper entstehen. Zentraler Aspekt ist die vergebliche Suche nach menschlichem Kontakt. Gleiches im Werk ‚Spannung‘. Kühl zeit ein Wimmelbild bei dem jedoch nur von wenigen Personen Kontakt zum Betrachter aufgenommen wird, schon gar nicht vom Blickfang, bekleidet mit rotem T-Shirt und Jackett.

Religiös aufgeladen scheint das Werk ‚Liebe und Schmerz‘. Ob das Pathos der blutroten Passion jedoch nicht schnell verblasst angesichts einer profanen Verpackung, die an Christo denken lässt kann weiterer Interpretation anheimgestellt werden. Im Bild ‚IchwiiST‘ ist rote Farbe nur noch in Form eines peripheren Graffitikringels zu sehen. Dominiert wird das Geschehen von kühlen Werbeikonen, die ohne weitere Achtsamkeit über verwischte Großstadtschmiererein hinweg stolzieren…

Kühls Fotographien beinhalten eine melancholische bis ironisch gebrochene Doppelbödigkeit. Diese Polaritäten finden sich auch in seiner Biographie: AK ist in den 60ern in Lübeck aufgewachsen. Nach Abitur und begonnenem Philosophie-Studium machte er eine Ausbildung zum Tänzer. Nach Beendigung dieser Karriere war er als Kameramann tätig.

Dr. Marc-André Meyer, Kunsthistoriker und Psychiater

Sphinx 11/2019, Palais de Tokyo, Paris (ad-hoc performance)

Sphinx 03/2020, Turin, Italy

www.saatchiart.com/Klue